Hilda Groll

Folgen einer Grenze

Von 1948 bis 1989 zog sich mitten durch Deutschland eine Grenze über 1.393 km.
Dieser Sperrzaun, auch eiserner Vorhang genannt, wurde zum Schutz der DDR, nämlich um die Tendenz massenhafter Abwanderung von Ostdeutschland nach Westdeutschland zu unterbinden, errichtet. Niedersachsen wurde somit von den Deutschen in Mecklenburg – Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin Ost, getrennt. Grenzen haben eine Schutzfunktion, aber gleichzeitig begrenzen sie Lebensbereiche auf beiden Seiten. Sie nehmen die Sicht nach außen.

Die Natur zeigt uns den Weg

Ausgegrenzte, Eingegrenzte, Grenzzieher, in die Grenzen verwiesene, – auf meinen Bildern habe ich mich bewusst dafür entschieden keine Menschen zu zeigen. Dennoch wird der Mensch erlebbar durch seinen massiven Eingriff in die Natur und dadurch verursachten Wunden. Er wird sichtbar durch die Spuren, die er verursacht und hinterlassen hat.

Die Natur gereicht uns hierbei zum Spiegel: Im Jahresverlauf verdeckt sie zu bestimmten Zeiten das Offensichtliche und macht es zu anderen Zeiten sichtbar. Manche Wunde ist vernarbt, viele bedürfen weiterhin der Heilung. Doch vor allem: Immer wieder bringt die Natur Neues hervor. Geduldig und verzeihend.